WRITERS IN PRISON | Aktuelles

Muhammad Hashem (1958–2025)

PEN Deutschland trauert um den ägyptischen Verleger und Hermann-Kesten-Preisträger Muhammad Hashem, der am 11. Dezember in…

Hermann-Kesten-Preis 2025 an Marcia Sá Cavalcante Schuback verliehen

Die Philosophin, Übersetzerin und Essayistin Marcia Sá Cavalcante Schuback ist am 13.11.25 im Staatstheater Darmstadt mit dem 20.000 Euro dotierten Hermann-Kesten-Preis des PEN Deutschland ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise für verfolgte Autoren sowie für die Freiheit des Wortes einsetzen. Der Abend wurde durch Grußworte von Najem Wali (Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des PEN Deutschland), Manuel Stock (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur), Hanno Benz (Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt) und Michael Landgraf (Generalsekretär des PEN Deutschland) eröffnet. Bereits zuvor hatte sich die Preisträgerin in das Goldene Buch der Wissenschaftsstadt Darmstadt eingetragen. In seiner Ansprache betonte Najem Wali die „Freiheit und Präzision des Denkens“, mit der Schuback untersucht, wie Sprache instrumentalisiert und in Machtverhältnisse überführt wird, ein Thema von hoher Aktualität angesichts subtiler Erscheinungsformen modernen Faschismus. Im Rahmen der Veranstaltung würdigte PEN Deutschland zudem das langjährige Engagement von Rechtsanwalt Victor Pfaff, Kesten-Medaille des Jahres 1996, der den PEN seit Jahrzehnten in der Writers-in-Prison- und Writers-in-Exile-Arbeit mit juristischem Rat unterstützt. Die Laudatio hielt Frank Ruda, Professor für Moderne und Zeitgenössische Philosophie an der University of Dundee. Er verstand Schubacks Werk als eine Form philosophischer „Zeiterfassung“: ein systematisches Bemühen, Gegenwart in ihrer Komplexität zu begreifen, auch in einer „ermatteten“ Zeit, die durch Kriege, Gewalt und neue ökonomische Ausbeutungsmechanismen geprägt sei. In ihrer Dankesrede bezeichnete Schuback die Auszeichnung als besondere Ehre. Philosophie erscheine heute oft marginalisiert, doch „Denken ist Danken“, ein Versuch, sich für die Möglichkeiten einer Welt zu bedanken. Unter Bezug auf ihren Essay Der Faschismus der Mehrdeutigkeit warnte sie vor einer gesellschaftlichen Tendenz zur Verdinglichung des Individuums und der Gleichmacherei im Namen universaler Freiheit und Gleichheit. Ein digitaler Gruß des Schriftstellers und Übersetzers Aris Fioretos würdigte ihre akademische und künstlerische Arbeit. Claudia Guderian, ehemalige Generalsekretärin des PEN Deutschland, erläuterte Ursprung und Bedeutung der Hermann-Kesten-Medaille. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Tiange Wang an der Gitarre. Zum Abschluss des Abends diskutierten Marcia Sá Cavalcante Schuback und Najem Wali über das Verhältnis von Literatur und Politik, moderiert von Volker Stephan, der durch die gesamte Veranstaltung führte.

Boualem Sansal begnadigt

Pressemitteilung, Darmstadt, 12. November 2025. Die heute verkündete Begnadigung des Schriftstellers Boualem Sansal durch den algerischen…

Hermann Kesten-Preisverleihung 2025

Die brasilianisch-schwedische Philosophin und Autorin Marcia Sá Cavalcante Schuback erhält den Hermann Kesten-Preis 2025 des PEN…

Kesten-Preis an Joan Manuel Serrat

Der spanische Sangesdichter Joan Manuel Serrat aus Katalonien, der einst auch gegen das mörderische Franco-Regime seine…

Von Fatwas und anderen Teufeln

Muslimische Staaten haben alle dasselbe Feindbild: Meinungsfreiheit. eine Chronik der fatwas, Attentate und Morde Ein Gastbeitrag…

Salman Rushdie trifft Günter Wallraff und Aziz Nesin – Ein Beitrag von Osman Okkan

 Osman Okkan war der einzige Journalist, der im Sommer 1993 ein Geheimtreffen mit Salman Rushdie, Aziz Nesin und Günter Wallraff begleitete. Salman Rushdie und der türkische Schriftsteller Aziz Nesin legten dabei ihren Streit bei und riefen gemeinsam dazu auf, gegen den islamischen Fundamentalismus Stellung zu beziehen. Die beiden Schriftsteller trafen sich u.a. im Gästehaus des Kölner Schriftsteller Günter Wallraff am Rhein. Der von islamischen Fundamentalisten mit dem Tode bedrohte Rushdie hatte Nesin zuvor vorgeworfen, er habe Auszüge aus seinem Roman „Die satanischen Verse“ ohne sein Einverständnis veröffentlicht. Aziz Nesin selbst war von radikalen Islamisten ebenfalls mit dem Tode gedroht worden.

WRITERS-IN-PRISON

58 der insgesamt 140 PEN-Zentren wirken aktiv im Writers-in-Prison-Committee mit. Das Committee veröffentlicht jedes Jahr auf…

Gerechtigkeit für Assange

]Mahnwachen des deutschen PEN-Zentrums in Berlin, Düsseldorf und München fordern die Freilassung von Julian Assange und…

Der PEN Podcast: Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Amir Cheheltan aus Teheran

Neue Episode des PEN Podcast: Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Amir Cheheltan aus Teheran „Mein Volk ist verwundet, und diese Wunde blutet“, sagt Amir Hassan Cheheltan, einer der bekanntesten Schriftsteller des Iran, dessen Roman auch auf Deutsch zu lesen sind. Auf der Suche nach Informationen über Dichterin Atefeh Charmahalian, die, wie so viele, verhaftet wurde, erreichte Cornelia Zetzsche, Vizepräsidentin und Writers in Prison Beauftragte des deutschen PEN-Zentrums Amir Cheheltan in Teheran. Der PEN Podcast Starke Stimmen. Aktuelle Themen. Autoren und Schriftstellerinnen aus aller Welt. Und das freie Wort. Auch auf Spotify

„Flagge für Literaten gezeigt“ – PEN Deutschland auf der Frankfurter Buchmesse 2022

„Die vielen Begegnungen mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie mit Interessierten an unserer Arbeit waren für unser Team in der Geschäftsstelle und uns Präsidiumsmitglieder sehr motivierend“, bilanzierte der neue Generalsekretär des PEN Deutschland, Michael Landgraf die Tage auf der Frankfurter Buchmesse. Das Team rund um Kerstin Martini, Jürgen Strasser, Isabella Stadler und Ellen Hay hatte den Stand des deutschen PEN-Zentrums vorbereitet und über die Tage betreut. Als Blickfang diente gleich das Plakat der diesjährigen Hermann-Kesten-Preisträgerin Meena Kandasamy, die am 15. November geehrt wird. Eine streitbare Dichterin aus Südindien, die sich verfolgte Kollegen einsetzt und die es unbedingt auch hierzulande zu entdecken gilt. Das Programm Writers-in Exile zeigte sich mit Porträts von Stipendiaten und Stipendiatinnen, für die Vizepräsidentin und Writers-in-Exile Beauftrage Astrid Vehstedt ein Veranstaltungsprogramm entworfen hatte und moderierte: „The Female Uprise in Iran“ etwa mit Anise Jafarimehr und „Halb Vogel bin ich, halb Baum“, neue Gedichte von Umar Abdul Nasser aus dem Irak sowie „Inside Afghanistan“, ein Gespräch mit einem afghanischen Stipendiaten. Beide Veranstaltungen fanden am Stand des Hessischen Literaturrats statt und waren sehr gut besucht. Am Stand von Amnesty International stellte Writers-in-Exile-Stipendiat Barbaros Altug sein neues Buch „Ausländer“ vor und sprach über die aktuelle Situation in der Türkei. Den erkrankten Präsidenten José F.A.Oliver vertraten am Stand neben dem Generalsekretär auch der Schriftsteller Najem Wali als neues Präsidiumsmitglied, sowie Astrid Vehstedt. Für das Programm Writers-in-Prison wurden, auf Initiative der Writers-in-Prison-Beauftragten Cornelia Zetzsche, Unterschriften für die iranische Dichterin und Aktivistin Atefe Chaharmaharlian gesammelt. Die erkrankte Vizepräsidentin konnte bei einer Veranstaltung der „IG Meinungsfreiheit“ immerhin digital zugeschaltet werden. Mehrfach besuchten der Präsident des PEN International, Burhan Sönmez, sowie die neu gewählte Generalsekretärin des PEN International, Regula Venske, den Stand. Sie erkundigten sich über die Arbeit der Geschäftsstelle und die Neuausrichtung des PEN Deutschland seit der Wahl des Präsidiums am 13. Oktober 2022. Hohen Besuch erhielt der PEN Deutschland auch aus Berlin. Eine Stunde nahm sich Staatsministerin Claudia Roth mit ihrem Mitarbeiterstab am Samstag Zeit, um mit einem Stipendiaten des PEN Deutschland am Stand ins Gespräch zu kommen. Bereits am Mittwoch besuchte Dr. Andreas Görgen, Ministerialdirektor beim Bundesministerium für Kultur und Medien, unseren Stand. „Wir konnten Flagge zeigen für Literatinnen und Literaten, ob sie im Gefängnis sitzen oder bei uns im Exil leben, und das wurde sehr gut angenommen“, freut sich der Generalsekretär. Im nächsten Jahr wird dann auch die literarische Vielfalt der Mitglieder ein Thema und der Stand des PEN-Zentrums in einer anderen Halle zu finden sein. Afghanischer Journalist und Writers in Exile-Stipendiat im Gespräch mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth am Stand des PEN-Zentrums Deutschland. v. l. n. r.: Michael Landgraf (Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland), Regula Venske (Generalsekretärin PEN International), Burhan Sönmez (Präsident PEN International) und Laura Huerga (Präsidentin des katalanischen PEN). Kerstin Martini und Jürgen Strasser am Stand des PEN-Zentrums Deutschland e.V. Vorstellung des neuen Lyrikbandes von Umar Abdul Nasser, ehemaliger Writers-in-Exile-Stipendiat, am Stand des Hessischen Literaturrats e.V. Die Writers-in-Exile-Beauftragte Astrid Vehstedt im Gespräch mit Anise Jafarimehr, aktuelle Writers-in-Exile-Stipendiatin, über die aktuellen Protestbewegungen im Iran.

Zur Situation im Iran

Der deutsche PEN protestiert gegen das aktuelle Vorgehen der Regierung Irans gegen Minderheiten, insbesondere die kurdische…

Zur Situation im Iran

Der deutsche PEN protestiert gegen das aktuelle Vorgehen der Regierung Irans gegen Minderheiten, insbesondere die kurdische…

Kesten-Preis 2022 an Meena Kandasamy

Pressemitteilung, Darmstadt/Wiesbaden, 19. September 2022. Die Auszeichnung des PEN-Zentrums Deutschland, gestiftet vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft…

Kesten-Preis 2022 an Meena Kandasamy

Pressemitteilung, Darmstadt/Wiesbaden, 19. September 2022. Die Auszeichnung des PEN-Zentrums Deutschland, gestiftet vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft…

Sir Salman Rushdie wird Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums

Salman Rushdie im Gespräch mit Cornelia Zetzsche (BR) im Jahr 2015 Immer vertrat er die Meinungsfreiheit, auch die seiner Gegner. Neun Jahre lebte er in wechselnden Verstecken, zwanzig Jahre als ein Schriftsteller in New York, der nicht länger hinter der politischen Figur verschwinden wollte, der sich frei und ohne Bodyguards bewegte und erstaunlich gelassen mit der konstanten, jahrelangen Bedrohung umging. Nun wurde Salman Rushdie bei einer Lesung von dem 24-jährigen Hadi Matar aus New Jersey mit einem Messer völlig überraschend attackiert und schwer verletzt. Der Valentinstag 1989, war für ihn der Tag, der sein Leben in ein „Vorher“ und „Nachher“ teilte; der Tag, an dem der greise Ayatollah Khomeini die Fatwa, den Bann über den Roman „Die Satanischen Verse“ und ihren Autor aussprach, um vom sieglosen Krieg gegen den Irak abzulenken. Was dann folgte, war für den indisch-britischen Schriftsteller fast eine Dekade lang ein „Leben im Luxus-Käfig“: Sicherheit  lernen, 24-Stunden-Personenschutz, immer neue Adressen suchen, immer andere Wohnungen mieten, Begegnungen mit Freunden, Frauen, der Familie, dem Sohn, Undercover, ein Leben in Tarnung. Erst mit dem Umzug nach New York lebte Rushdie eine neue Freiheit. Inwieweit der Anschlag durch die noch immer bestehende Fatwa ausgelöst wurde, ist nicht belegt, aber wahrscheinlich. Fakt ist, dass der Bann Hass schürte und bis heute gilt. Salman Rushdies über zwei Dutzend Romane, seine Sachbücher und Essays hingegen stehen für Toleranz, Meinungsfreiheit und Wahrheitssuche, gegen religiöse Fanatiker, Islamisten, Trumpisten und Covid-Leugner. „Die Wahrheit liegt in der Fiktion“, sagte Rushdie in einem Interview und: Literatur erzähle vom Wesen des Menschen, davon, wie wir und unsere Gesellschaften beschaffen seien. Das deutsche PEN-Zentrum verurteilt die Attacke als perfiden Gewaltakt auf Salman Rushdie, die Meinungsfreiheit und die westlichen Werte und ernennt – in großer Sorge –Sir Salman, den ehemaligen PEN-Präsidenten der USA, zum Ehrenmitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Für das deutsche PEN-Zentrum Cornelia Zetzsche Vizepräsidentin/ Writers in Prison-Beauftragte   Ein Interview von Cornelia Zetzsche mit Salman Rushdie aus dem Jahr 2015 über seinen Roman „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“, die Anschläge auf Charlie Hebdo und die Arabisierung der islamischen Welt finden Sie hier.   Pressekontakt: PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414 E-Mail: presse@pen-deutschland.de  

Karl-Wilhelm-Fricke-Preis an Memorial

Wir gratulieren der russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL International zum Karl-Wilhelm-Fricke-Preis, der ihr am 16.6.22 in der Stiftung…

Verurteilung von Osman Kavala

Ausgewählte Beiträge, Interviews und Stellungnahmen zum Gerichtsurteil gegen den türkischen Kulturförderer und Intellektuellen Osman Kavala

BELARUS: Bewegung im Fall Mazkewitsch

Nach Informationen von PEN International scheint seitens der belarusischen Behörden nun Bewegung in den Fall rund um Wladimir Mazkewitsch (Uladzimir Mackievič) zu kommen. Nachdem er in seiner Zelle bewusstlos zusammengebrochen und ärztlich notversorgt worden war, wurde ihm zu verstehen gegeben, dass sein Verfahren nun tatsächlich in die Wege geleitet werden könnte. Mazkewitsch hat daraufhin seinen Hungerstreik beendet. Wir haben Grund zur Annahme, dass zumindest dieser Schritt der belarusischen Behörden auch mit der internationalen Bekanntheit seines Falles zu tun hat und bedanken uns bei allen, die ihm oder den Behörden seines Landes Nachrichten geschickt und ihn unterstützt haben. Wir fordern weiterhin seine bedingungslose und sofortige Freilassung, zumal bis dato mangels Gerichtsverfahrens keine Anklage gegen ihn  erhoben worden ist.