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Sihem Bensedrine Foto: fhimt.com, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons

Tunesien: Hungerstreik von Sihem Bensedrine – PEN solidarisiert sich mit früherer Writers-in-Exile-Stipendiatin

21.01.2025

Pressemitteilung, Darmstadt, 21. Januar 2025. Das PEN-Zentrum Deutschland zeigt sich alarmiert über Berichte, nach denen Sihem Bensedrine, frühere Writers-in-Exile-Stipendiatin des PEN-Zentrums Deutschland und prominente Menschenrechtlerin, am 14. Januar 2025 im Frauengefängnis La Manouba in der tunesischen Hauptstadt Tunis einen Hungerstreik begonnen hat. Als Grund gibt sie die willkürliche Untersuchungshaft an, in der sie sich seit dem 14. August 2024 befindet. Gegen sie wurden haltlose Vorwürfe erhoben, die unter anderem die Gefährdung der öffentlichen Ordnung betreffen, um ihren Einsatz für Menschenrechte zu diskreditieren.

„Der Hungerstreik von Sihem Bensedrine ist ein eindringlicher Appell für Gerechtigkeit und Menschenrechte. Ihr Mut erinnert uns alle daran, nicht wegzusehen und aktiv zu werden“, erklärt Najem Wali, Writers-in-Prison-Beauftragter des PEN-Zentrums Deutschland. „Die Freiheit des Wortes zu verteidigen ist unsere Aufgabe, wir sind betroffen, dass ausgerechnet eine ehemalige Stipendiatin wegen ihres Einsatzes für Meinungsfreiheit in solch einer Notlage ist“, betont Michael Landgraf, Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland.

„Sihem Bensedrine hat sich über Jahrzehnte hinweg unermüdlich für Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechte eingesetzt“, erinnert Writers-in-Exile-Beauftragte Astrid Vehstedt und fordert die sofortige Freilassung von Sihem Bensedrine. Nach einem Gaststipendium der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte lebte sie von Januar 2006 bis Dezember 2007 als Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms des PEN im Hamburger Exil und arbeitete an wichtigen Publikationen, die internationale Aufmerksamkeit auf die Unterdrückung in Tunesien lenkten. Als ehemalige Präsidentin der tunesischen Wahrheits- und Würdekommission hat sie sich unerschrocken für die Aufarbeitung von Verbrechen der Diktatur und die Rechte der Opfer eingesetzt.

Der deutsche PEN beobachtet gemeinsam mit Amnesty International und der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte die Lage weiter und ruft die politisch Verantwortlichen dazu auf, für die Autorin aktiv zu werden.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637
E-Mail: f.hille@pen-deutschland.de

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