Von Andreas Rumler
Zu einem kleinen literarischen Fest im trauten Kreis der PEN-Familie mit zahlreichen Gästen entwickelte sich die Vorstellung des neuen Buchs unserer ehemaligen PEN-Stipendiatin Najet Adouani, zu der Madjid Mohit und sein mehrfach preisgekrönter Sujet-Verlag (u. a. Kesten-Preisträger) in Bremen in die Bornstraße eingeladen hatte. Der Verlag hatte ihr Kreuzberger Tagebuch „Cold War, Hot Autumn“ in einer aufwändig gestalteten Hardcover-Ausgabe mit Lesebändchen und Gummiband (wie ein Moleskine-Notizbuch) herausgebracht.
Madjid Mohit, selbst Emigrant aus dem Iran, die familiäre Tradition des etablierten Verlags setzt er hier im Bremer Exil erfolgreich fort, begrüßte und berichtete über die Zusammenarbeit mit Najet Adouani. Andreas Rumler steuerte ein Nachwort bei und erläuterte die Bedeutung dieses literarischen Werks zum Verständnis der speziellen kulturellen Differenzen zwischen Najet Adouanis tunesischer Herkunft und ihrer Sicht auf die neue Heimat in Kreuzberg im Rahmen der politischen Großwetterlage: Klima-Krise und Kriege weltweit. Zugeschaltet aus Berlin beantwortete Najet Adouani Fragen von Sabine Schiffner, die auch einzelne Passagen des Werks las (übersetzt von Christa Schuenke) und im Anschluss die deutsche Übertragung eines Gedichts von Najet Adouani, das sie aus Berlin im arabischen Original vorgetragen hatte.
Obwohl fast zeitgleich ein wohl wichtiges Fußballspiel übertragen wurde, beteiligte sich eine ganze Reihe von Zuhörern lebhaft an der Diskussion und zeigte Interesse für das Stipendiaten-Programm und den Förder- und Freundeskreis des PEN Deutschland.




