Pressemitteilung, Darmstadt, 29.7.26. Kato Javakhishvili ist neue Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm der Schriftstellervereinigung PEN Deutschland. Die 1979 geborene Georgierin verlor in ihrer Heimat aufgrund staatlicher Interventionen ihre Existenzgrundlage. Nach massiven Drohungen sah sie sich 2025 gezwungen, das Land zu verlassen. Mehrere Monate hielt sie sich in Rumänien auf. Von dort konnte der PEN die Autorin und Kulturaktivistin jetzt nach Deutschland holen.
In ihrem literarischen Werk, das Prosa, Lyrik und Drama umfasst, setzt sich Javakhishvili unter anderem mit politischer Gewalt, historischer Erinnerung und Macht auseinander. Daneben hat die für ihre proeuropäische Haltung bekannte Intellektuelle in Tiflis die NGO Art & Society gegründet. Auch hat sie Kulturprojekte organisiert, darunter das von der Friedrich-Ebert-Stiftung geförderte „Georgiens europäischer Weg“.
Spätestens 2024, mit Inkrafttreten des sogenannten Agentengesetzes, das Medien und NGOs in Georgien stark reguliert, geriet Kato Javakhishvili ins Visier staatlicher Organe. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits eine namhafte Autorin: eingeladen zur Frankfurter Buchmesse und zu internationalen Literaturfestivals; ihr Werke in acht Sprachen übersetzt.
Während ihres Writers-in-Exile-Stipendiums plant Javakhishvili, an einem autobiografischen Roman zu arbeiten. Mit dem Text will sie, wie sie sagt, „die psychologische und emotionale Erfahrung untersuchen, das eigene Land unter Druck verlassen zu müssen und in einer fremden Umgebung zu versuchen, ein Gefühl des Selbst wiederherzustellen“.
„Writers-in-Exile“ ist ein Stipendienprogramm für verfolgte Autoren, das vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird. Seit 1999 wurden rund neunzig Literaten in das Programm eingeladen. Bis zu drei Jahre erhalten verfolgte Autoren eine Wohnung sowie ein monatliches Stipendium.
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