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FÜR DIE FREIHEIT DES WORTES

José Rubén Zamora Marroquín Foto: Anne Demmer

José Rubén Zamora Marroquín erhält Hermann Kesten-Preis 2026 des PEN Deutschland

01.09.2026

Hermann Kesten-Förderpreis geht an ARTICLE 19

Pressemitteilung, Darmstadt, 1.9.2026. Der Hermann Kesten-Preis des PEN Deutschland, gestiftet vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, geht in diesem Jahr an den guatemaltekischen Journalisten und Verleger José Rubén Zamora Marroquín. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Mit dem Hermann Kesten-Förderpreis wird die internationale Menschenrechtsorganisation ARTICLE 19 ausgezeichnet, die sich weltweit für Meinungs- und Informationsfreiheit einsetzt. Der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.
 

Die Verleihung der Preise findet am 24. November 2026 um 19 Uhr in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt statt. Durch den Abend führt die Journalistin Sigrid Brinkmann (Deutschlandfunk Kultur).

Najem Wali, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des PEN Deutschland: „José Rubén Zamora Marroquín hat sich trotz jahrelanger Einschüchterung, Verfolgung und Haft nicht davon abbringen lassen, sich für die Freiheit des Wortes einzusetzen. Mit dem Hermann Kesten-Preis wollen wir ihn in diesem Kampf unterstützen und zugleich einen Journalisten würdigen, der für die Pressefreiheit in Guatemala einen hohen persönlichen Preis gezahlt hat.“

Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels: „Die Freiheit des Wortes ist eine unverzichtbare Grundlage einer freien und demokratischen Gesellschaft. José Rubén Zamora Marroquín hat unter schwierigsten Bedingungen an dieser Überzeugung festgehalten und mit viel Mut für unabhängigen Journalismus und gegen Korruption gekämpft. Mit dem Hermann Kesten-Preis würdigen wir seinen Einsatz für die Pressefreiheit und setzen zugleich ein Zeichen der Solidarität mit Journalistinnen und Journalisten, die weltweit bedroht und verfolgt werden. Es ist wichtig, dass wir ihre Stimmen hörbar machen und ihnen unsere Unterstützung zeigen.“

José Rubén Zamora Marroquín gehört zu den bekanntesten investigativen Journalisten Guatemalas. 1996 gründete er die Zeitung elPeriódico, die zahlreiche Korruptionsfälle aufdeckte. Zamora und seine Redaktion waren über Jahre massiven Einschüchterungen und Drohungen ausgesetzt. 2024 wurde er in Abwesenheit mit dem Exzellenz-Preis der von Gabriel García Márquez gegründeten Gabo-Stiftung ausgezeichnet. 2022 wurde er festgenommen, elPeriódico musste im Mai 2023 sein Erscheinen einstellen. Nach mehr als 800 Tagen in Isolationshaft wurde Zamora im Oktober 2024 aus einem Militärgefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt. Die Laudatio hält Anne Demmer, ehemalige ARD-Korrespondentin und frühere Leiterin des ARD-Hörfunkstudios Mexiko.

Der Hermann Kesten-Förderpreis 2026 geht an die 1987 gegründete Menschenrechtsorganisation ARTICLE 19. Sie setzt sich weltweit für Meinungs- und Informationsfreiheit ein, unterstützt Menschen, deren Rechte verletzt werden, und arbeitet mit Partnerorganisationen in mehr als 60 Ländern zusammen. Die Laudatio hält Ulrike Winkelmann, Chefredakteurin der taz.

Der Hermann Kesten-Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Charta des internationalen PEN in besonderer Weise für bedrohte, verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten einsetzen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Günter Grass, Anna Politkowskaja, Liu Xiaobo, Can Dündar, Gioconda Belli, Philippe Lançon, Joan Manuel Serrat und Fabio Stassi. Erstmals im Jahr 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. 2022 hob das Ministerium seine Förderung für den Preis auf 20.000 Euro an.

Seit 2015 wird zusätzlich alle zwei Jahre der Hermann Kesten-Förderpreis vergeben, der vor allem die Arbeit von Institutionen und Vereinen würdigt, die sich für inhaftierte Autoren eingesetzt haben. Das Preisgeld stiftet ebenfalls das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur. Bisherige Preisträger waren u.a. Gefangenes Wort e.V, Translate for Justice sowie Direkt36 und Mada Masr. 2022 stieg die Preissumme des Hermann Kesten-Förderpreises von 3.000 auf 5.000 Euro.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN Deutschland, Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151-6270823; Mobil: 0157-31382637
E-Mail: f.hille@pen-deutschland.de
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