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FÜR DIE FREIHEIT DES WORTES

Donatella Di Cesare Foto: Christian Mantuano, CC0, via Wikimedia Commons

Meinungsfreiheit in Italien unter Druck

07.05.2024

PEN solidarisiert sich mit italienischer Intellektuellen Donatella Di Cesare

Pressemitteilung, Darmstadt, 7. Mai 2024. Das PEN-Zentrum Deutschland solidarisiert sich angesichts der jüngsten Entwicklungen in Italien mit der Philosophin Donatella Di Cesare, die sich einer Verleumdungsklage durch Francesco Lollobrigida, italienischer Minister für Landwirtschaft und Ernährungssouveränität und Schwager der Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, ausgesetzt sieht und am 15. Mai 2024 vor Gericht in Rom erscheinen muss.

„Es gilt die Würde der Freiheit auch in Europa jeden Tag aufs Neue zu verteidigen. Wir müssen leider selbst bei uns immer wachsamer werden!“, so José F.A. Oliver, Präsident des deutschen PEN.

Di Cesare, renommierte Professorin an der Sapienza Universität Rom, ist bekannt für ihre kritische Auseinandersetzung mit gefährlichen Ideologien und Verschwörungstheorien. Die Vorwürfe gegen sie beziehen sich auf ihre öffentlichen Kommentare zu Einlassungen von Minister Francesco Lollobrigida über „ethnischen Austausch”, einem Kernmythos der extremen Rechten. Sie kritisierte diese Aussagen während einer Fernsehtalkshow, zog Vergleiche mit historischer Nazirhetorik und betonte, dass Lollobrigidas Worte nicht einfach als ein Ausrutscher angesehen werden könnten. Sie argumentierte, dass er in einer Weise gesprochen habe, die bedenklich an autoritäre Führungsstile erinnere.

Das Vorgehen der italienischen Justiz zeigt eine mehr als beunruhigende Entwicklung hinsichtlich der Unterdrückung kritischer Stimmen durch rechtliche Einschüchterung in Italien und stellt ein alarmierendes Zeichen dafür dar, wie Meinungs- und Redefreiheit auch innerhalb Europas zunehmend bedroht sind.

Der deutsche PEN fordert die internationale Gemeinschaft auf, sich gegen diese Tendenzen zur Einschränkung der Meinungsfreiheit zu stellen sowie die Bedeutung offener, kritischer Diskurse zu verteidigen. Es ist unsere Pflicht und unser Recht, die Freiheit des Wortes zu schützen, und wir solidarisieren uns mit Donatella Di Cesare und anderen, die sich ähnlichen Herausforderungen gegenübersehen.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille@pen-deutschland.de

 

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