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FÜR DIE FREIHEIT DES WORTES

„There is no such thing as climate change“ – Writers-in-Exile diskutieren über Umweltzerstörung, politische Verantwortung und globale Solidarität

13.03.2025

Auf dem Forum Offene Gesellschaft der Leipziger Buchmesse kamen Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Myanmar, dem Iran und Simbabwe mit dem deutschen Agrarwissenschaftler Felix Prinz zu Löwenstein zusammen, um über die Auswirkungen des Klimawandels und die Rolle von Desinformation und politischer Repression in ihren Herkunftsländern zu diskutieren. Unter dem Titel „There is no such thing as climate change: when fake news meet reality“ moderierte Astrid Vehstedt, Vizepräsidentin und Writers-in-Exile-Beauftragte des PEN-Zentrums Deutschland, ein vielschichtiges und eindringliches Gespräch.

Ma Thida (Myanmar), Dr. Behnaz Amani (Iran) und Collen Kajokoto (Simbabwe) schilderten aus unterschiedlichen regionalen Perspektiven, wie ökologische Krisen durch autoritäre Herrschaftsstrukturen, Korruption und Misswirtschaft verschärft werden. So berichtete Ma Thida von den humanitären Folgen des jüngsten Erdbebens in Myanmar, die durch die Blockadepolitik des Militärregimes noch verschlimmert wurden: Strom, medizinische Versorgung und Katastrophenhilfe seien kaum noch verfügbar. Das Regime verschärfe die Situation noch weiter, indem es die Betroffenen der Erdbebenregion bombardieren lasse.

Dr. Amani warf einen kritischen Blick auf den ökologischen Zustand des Iran, geprägt von dramatischer Wasserknappheit, zunehmenden Sandstürmen und vergifteten Böden – Symptome eines umfassenden politischen und ökologischen Versagens. Collen Kajokoto machte auf die anhaltende Ausbeutung natürlicher Ressourcen in Simbabwe durch internationale Konzerne aufmerksam – eine „ökologische Gewalt“, wie er es nannte, die nicht nur Umwelt und Menschen, sondern auch kulturelle Identität zerstöre.

Felix Prinz zu Löwenstein unterstrich die Bedeutung resilienter, ökologisch ausgerichteter Landwirtschaft als Schlüssel zu einer nachhaltigen Transformation, insbesondere im globalen Süden. Organische Anbaumethoden und agroökologische Konzepte könnten nicht nur die Ernährungssicherheit stärken, sondern auch zur Krisenresilienz beitragen.

Die Diskussion zeigte deutlich, dass ökologische Fragen immer auch Fragen von Gerechtigkeit, Macht und Freiheit sind. Der Klimawandel ist kein rein naturwissenschaftliches Phänomen, sondern eine zutiefst politische Herausforderung, die kollektives Handeln und globale Solidarität erfordert. Den Stimmen aus dem Exil kommt dabei eine zentrale Rolle zu – als kritisches Korrektiv, als Plattform marginalisierter Perspektiven und als Impulsgeber für gesellschaftlichen Wandel.

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