Der Autor Najem Wali ist Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des PEN Deutschland. Im Junge Welt-Interview mit Gitta Düperthal erklärt er, warum sich der PEN für Kamel Daoud einsetzt. Daoud, Autor des Romans “Houris”, ist vom algerischen Regime zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er in dem Roman das “Schwarze Jahrzehnt” thematisiert, den Bürgerkrieg zwischen Islamisten und Regime in den neunziger Jahren mit 200.000 Toten. Das ist in Algerien gesetzlich verboten. Über die Vergleichbarkeit der Fälle Boualem Sansal und Daoud sagt Wali: “Daoud strebt nicht wie Sansal an, wieder in Algerien zu leben. Er weiß, dass nicht nur das Regime gefährlich ist, sondern durch politische und mediale Hetze die ganze Gesellschaft polarisiert wurde. Gefahr kann von allen Seiten drohen. Im Unterschied zu Sansal, der zunächst inhaftiert und im November 2025 durch den algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune begnadigt wurde, strebt Daoud auch keine Begnadigung an. Sein Ziel ist, dass die freie Meinungsäußerung nicht weiter eingeschränkt wird. Also will er einen Freispruch und die Abschaffung des Gesetzes.”









