Elsbeth-Wolffheim-Stipendium der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und das PEN-Zentrum Deutschland errichteten im Jahr 2004 ein Stipendium, um einer Schriftstellerin bzw. einem Schriftsteller die Möglichkeit zu geben, in Ruhe und ohne wirtschaftliche Not ihrer bzw. seiner schriftstellerischen Tätigkeit nachzugehen.

Das Stipendium, das für die Dauer eines Jahres vergeben wird, ist benannt nach der 2002 verstorbenen Schriftstellerin Elsbeth Wolffheim, die viele Jahre die deutschen PEN-Aktivitäten für politisch verfolgte Autorinnen und Autoren organisiert hat.

Maryam Kishawarz – die aktuelle Stipendiatin

Maryam Kishawarz Foto: PEN Deutschland

Die afghanische Autorin Maryam Kishawarz begann noch in ihrer Schulzeit in Kabul damit, literarische Texte zu schreiben. Als erste Schülerin des Landes erhielt sie eine ISBN durch das afghanische Kultusministerium für ihr Sachbuch „56 Golden Points for Living Happily“. In ihren Texten beschreibt Maryam Kishawarz die Lebensumstände afghanischer Frauen und Männer; daneben zeigt sie Wege zur Persönlichkeitsentwicklung auf.

Als Frau und Schriftstellerin ist es Maryam Kishawarz in ihrem Heimatland nicht erlaubt, sich frei auszudrücken. Texte von ihr wurden schon vor der erneuten Machtübernahme der Taliban zensiert. Nur so konnten sie überhaupt erscheinen. Heute werden Bücher afghanischer Autorinnen aus Universitäten entfernt und Frauen vom Bildungssystem ausgeschlossen.

Nach ihrer Flucht vor den Taliban lebt Maryam Kishawarz jetzt im deutschen Exil. Im Gepäck hat sie bislang unveröffentlichte Manuskripte, die die Situation der Frauen unter den Taliban dokumentieren.

 

Bisherige Stipendiatinnen und Stipendiaten

2022 – 2025 Pezhman Golchin (Iran)
2018 – 2021 Tomislav Kezharovski (Nordmazedonien)
2015 – 2018 Enoh Meyomesse (Kamerun)
2014 – 2015 Shahla Sultanova (Aserbaidschan)
2011 – 2013 Sanath Balasooriya (Sri Lanka)
2007 – 2010 Maynat Kurbanova (Tschetschenien)
2005 – 2006 Rhoda Mashavave (Zimbabwe)
2004 – 2005 Elvira Rodríguez Puerto (Kuba)