Pressemitteilung, Darmstadt, 23.4.2026. Ein algerisches Gericht hat den in Paris lebenden Schriftsteller Kamel Daoud in Abwesenheit zu einer dreijährigen Haftstrafe ohne Bewährung sowie einer hohen Geldbuße verurteilt. PEN Deutschland kritisiert dieses Urteil als massiven Angriff auf die Meinungs- und Kunstfreiheit.
Grundlage der Gerichtsentscheidung ist der Roman Houris, mit dem Daoud das gesetzliche Sprechverbot über das „Schwarze Jahrzehnt“ im auslaufenden 20. Jahrhundert brach, als in Algerien ein blutiger Bürgerkrieg zwischen dem Militärregime und islamistischen Gruppen tobte. Während das Versöhnungsgesetz die Täter schützt, kriminalisiert Artikel 46 jeden, der die Grausamkeiten des Bürgerkriegs literarisch aufarbeitet. Damit erklärt das Gericht nicht den Mord zum Verbrechen, sondern dessen literarische Protokollierung.




