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FÜR DIE FREIHEIT DES WORTES

Taciana Niadbaj

Geboren in Polazk, studierte Taciana Niadbaj zwischen 2000 und 2011 in Minsk, Vilnius und Lublin. Nachdem Behörden sie 2006 aus politischen Gründen administrativ verhafteten, begann sie ihr Promotionsstudium in Lublin. 2011 verteidigte sie ihre Dissertation zur Geschichte der belarussischen Literatur. Auf dieser Arbeit basiert ihre 2012 in Minsk erschienene Monografie Der Mensch und die Geschichte in belarussischen Lokalchroniken des 17. und 18. Jahrhunderts.

Nach Stationen in Warschau kehrte sie 2015 nach Belarus zurück. Dort steuerte sie bis 2017 Projekte für den Press Club Belarus und übernahm ab 2017 Aufgaben für PEN Belarus. Im Juli 2021 zwangen Sicherheitsrisiken sie zur Flucht aus Belarus. Sie verlegte den Sitz von PEN Belarus nach Warschau. Nur kurz darauf, am 9. August 2021, verbot das Oberste Gericht des Landes den Verband in Belarus. Im Juli 2022 folgte die offizielle Registrierung von PEN Belarus in Warschau.

Niadbaj kooperiert darüber hinaus mit der von ihr mitbegründeten Stiftung Open Culture in Lublin, dem Belarussischen Menschenrechtshaus (dessen Vorsitz sie von 2021 bis 2025 innehatte) sowie dem unabhängigen belarussischen Medium SNplus.

Als Lyrikerin veröffentlichte sie zwei Gedichtbände:

– Sirenen singen Jazz (2014)

– Dort, hinter der Mauer (2024)

Für ihr Schreiben erhielt sie 2015 den Maksim-Bahdanowitsch-Debütpreis und 2019 die Auszeichnung Zalataja Litara.

Als Übersetzerin übertrug sie unter anderem Ewa Thompsons Imperiales Wissen. Russische Literatur und Kolonialismus (2009) ins Belarussische und wirkte an Übersetzungen von Leszek Kołakowskis Unsere fröhliche Apokalypse (2012) mit. Über den von ihr gegründeten Verlag Polackija Labirynty verlegt sie belarussische Autoren – darunter Maryja Martysewitsch, Ales Bjaljazki und Maksim Snak – sowie die erste vollständige belarussische Übersetzung von Homers Ilias.

StipeniatInnen
Michael Saraei

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