Leben im Exil – Verlust der Heimat – Erfahrung von Fremde.
Wie erleben Schriftstellerinnen und Schriftsteller diesen existentiellen Umbruch?
Was bedeutet das Exil für ihr Leben, Denken, Schreiben – und für ihre Zukunft?
Lesung und Gespräch mit Stella Gaitano (Süd-Sudan) und Taciana Niadbaj (Belarus) – Writers-in-Exile Programm des PEN Deutschland
Idee, Moderation, Übersetzung: Barbara Krohn, Schriftstellerin, Übersetzerin, Dozentin für Kreatives Schreiben, Mitglied im PEN und im VS
Wann: Dienstag, 9. Juni 2026, 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr)
Wo: Buchhandlung Dombrowsky (St.-Kassians-Platz 6, 93047 Regensburg)
Die südsudanesische Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Stella Gaitano, geboren 1979 in Khartum, begann früh mit dem Schreiben. Zunächst publizierte sie Kurzgeschichten auf Arabisch. Ihr Debütroman Eddo’s Souls (2018) war das erste literarische Werk aus dem Süd-Sudan, das mit einem Literaturpreis ausgezeichnet wurde, dem PEN Translates Award. Renommierte internationale Medien veröffentlichten und rezensierten ihre Texte, u.a. New York Times, BBC Arabic und Al Jazeera. Soeben erschien die deutsche Übersetzung des Romans, Eddos goldenes Lächeln, bei Kiepenheuer und Witsch. Stella Gaitanos erzählerisches Werk kreist um Fragen zu Krieg, Vertreibung und Identität.
Nach der Spaltung des Sudan vom Süd-Sudan wurde die Autorin staatenlos und verlor daraufhin ihre Arbeit. Aufgrund ihrer politischen Haltung, ihrer Initiativen für Menschenrechte und Kultur geriet sie ins Visier nationalistischer und tribalistischer Kreise, die sie in den sozialen Medien angriffen und die Öffentlichkeit aufhetzten, sie zu töten. Als sie sich in Darfur engagierte, kam es erneut zu Drohungen gegen sie und ihre Kinder, 2021 zu tätlichen Angriffen. Seit 2022 lebt Stella Gaitano im Exil in Deutschland.
Die belarussische Autorin Taciana Niadbaj lebt und arbeitet seit 2021 im Exil. Die Schriftstellerin, Übersetzerin und Leiterin kultureller und medialer Projekte ist Präsidentin von PEN Belarus. Sie studierte in Minsk, Vilnius und (nach einer politisch motivierten administrativen Verhaftung im Jahr 2006) in Lublin, wo sie 2011 mit einer Arbeit zur belarussischen Literatur promovierte. 2015 kehrte sie nach Belarus zurück und arbeitete dort zunächst für unabhängige Medien, insbesondere für Press Club Belarus sowie den PEN Belarus. Darüber hinaus gehört sie dem Rat des Belarussischen Menschenrechtshauses in Vilnius an und ist Gründerin des Verlags Połackija Łabirynty, der u.a. Zekameron. Gedichte. Dialoge von Maksim Znak sowie die erste vollständige belarussische Übersetzung von Homers Ilias und von Vergils Aeneis veröffentlichte.
Im Juli 2021 war die Autorin aus Sicherheitsgründen gezwungen, ihr Land zu verlassen. Sie verlegte das Büro von PEN Belarus nach Warschau. Seitdem setzt die Organisation ihre Arbeit im Exil fort.
Taciana Niadbaj veröffentlichte zwei Gedichtbände, Sirenen singen Jazz (2014) und Dort, hinter der Wand (2024). Für ihr literarisches Schaffen wurde sie mit dem Maksim-Bahdanovič-Debütpreis (2015) sowie dem Załataja-Litara-Preis (2019) ausgezeichnet. Darüberhinaus wurde sie von der belarussischen Menschenrechtsgemeinschaft als „Menschenrechtsverteidigerin des Jahres 2025“ geehrt.
Eintritt frei, Spenden willkommen
Eine Kooperationsveranstaltung des EBW (Evangelisches Bildungswerk Regensburg), des PEN Deutschland und der Buchhandlung Dombrowsky






