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Foto: Matt Hrkac, Geelong / Melbourne, Australia, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

PEN Deutschland unterstützt die Pressemeldung seiner iranischen Stipendiaten zur Lage in ihrer Heimat

27. Januar 2026

Die Iraner brauchen Taten, keine weiteren Podiumsdiskussionen

Pressemitteilung, Darmstadt, 27.1.2026. PEN Deutschland unterstützt die Erklärung ehemaliger und aktueller Stipendiaten, die da lautet:

Seit Wochen erreichen uns, die iranischen Schriftsteller im Exil, Schreckensmeldungen aus der Heimat, wir beklagen Tote und Verwundete auch in unseren eigenen Familien und unter unseren Freunden. Die Machthaber der Islamischen Republik Iran gehen mit unvorstellbarer Grausamkeit gegen die eigene Bevölkerung vor, bis heute wurden mindestens 20.000 unschuldige Zivilisten getötet. Wir fürchten, dass die tatsächlichen Zahlen wesentlich höher sind. Durch den totalen digitalen Blackout, den die Behörden über das Land verhängt haben, ist die Möglichkeit von NGOs und Journalisten erheblich eingeschränkt, das Ausmaß der Tötungen zu dokumentieren. Mit anderen Worten: Die Nachrichtensperre dient vor allem dazu, das Ausmaß des Grauens zu kaschieren.

Während die iranischen Behörden behaupten, die Proteste seien beendet, deuten vereinzelte Informationen, die bis zu uns dringen, immer wieder auf das Gegenteil. Viele Städte im Iran unterliegen dem Kriegsrecht. Die gefürchteten Islamischen Revolutionsgarden, selbsternannte Milizen und die fünftausend Milizionäre ausländischer Brigaden, die nun im Iran operieren, halten auf den Straßen Passanten auf, um ihre Handys zu kontrollieren und diejenigen festzunehmen, bei denen Fotos oder Videos der Proteste gefunden werden.

Zudem gibt es eine Vielzahl glaubwürdiger Berichte, dass „Sicherheitskräfte“ die Familien der Opfer zwingen, Geld für die Rückgabe der Leichen ihrer Angehörigen zu zahlen oder vorgefertigte Erklärungen zu unterschreiben, dass die Opfer einheimischen Milizen angehörten. Auf diese Weise erhöht sich die Anzahl der angeblich getöteten „Sicherheitskräfte“. Auch diese Praktiken sind schwere Verletzungen der Menschenwürde und des Völkerrechts.

Das Regime im Iran schneidet seine Bürger nicht nur von der Außenwelt ab, sondern nutzt auch systematisch alle verfügbaren Mittel, um die begangenen Gräueltaten zu vertuschen. Die Aussagen des Regimes, keine Demonstranten hinzurichten, sind nichts als ein rhetorischer Kniff: Da sich das Regime als „Stellvertreter Gottes“ deklariert und sich somit jede Demonstration gegen die Obrigkeit immer auch „gegen Gott“ richtet, ist sie in dieser Logik keine bloße Demonstration mehr, sondern Gotteslästerung. Diese wird in der Islamischen Republik Iran mit der Todesstrafe geahndet.

Im Jahr 2005 hat die UN den Grundsatz der „Responsibility to Protect“ (R2P) beschlossen, der bedrohte Bürger aller Staaten vor schweren Menschenrechtsverletzungen schützen möchte, notfalls auch durch Einsatz militärischer Mittel, über den der Sicherheitsrat entscheidet. Wir rufen die internationale Gemeinschaft, die zuständigen Institutionen und Staatsoberhäupter dazu auf, entschlossen im Rahmen dieser Schutzverantwortung zu handeln und unverzüglich einzugreifen, um die Bevölkerung des Iran vor seinen Machthabern zu schützen. Jeder Tag des Zögerns kostet tausende von Menschenleben.

Obwohl wir über die Zukunft unseres Landes alle unterschiedlicher Auffassung sind, eint uns Entsetzen und Sorge:

Dr. Behnaz Amani
Benyamin Deilamkatouli
Pezhman Golchin
Mohammad Reza Rostambegloo

 

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN Deutschland, Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637
E-Mail: f.hille@pen-deutschland.de

 

 

 

 

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