Literaturcafé in der Stadtbibliothek Leverkusen am 21. März 2026
Einen unterhaltsamen und höchst informativen Streifzug durch die Literatur- und Medizingeschichte unternahmen die Kölner Autorin Margit Hähner und der literaturkundige Leverkusener Mediziner Dr. Wolfram Wieser am 21. März in der Stadtbibliothek Leverkusen. Die über 20 Besucherinnen und Besucher des Literaturcafés erfuhren an diesem Nachmittag bei Kaffee, Tee und Kuchen zum Beispiel, warum ein Roman wie Thomas Manns berühmter Zauberberg nur geschrieben werden konnte, weil Antibiotika noch nicht entdeckt worden waren. Oder dass der Aderlass aus Gottfried von Straßburgs Tristan und die harntreibenden Kräuter in Fontanes Stechlin auch heute noch sinnvoll eingesetzt werden können. Erstaunen erregte, dass sich Sherlock Holmes sein Kokain und Morphium noch völlig legal in der Apotheke besorgen konnte, dass Drogen wie Heroin oder heute Fentanyl ursprünglich als Schmerzmittel gedacht waren und dass Digitalis – das Gift des Fingerhuts – nicht nur in Krimis für Morde, sondern bis heute als Herzmedikament eingesetzt wird. Auch über in der Literatur vorkommende angebliche Frauenleiden wie Migräne und Hysterie wurde angeregt diskutiert. Am Ende war man sich einig, dass das Thema “Medizin in der Literatur” so umfangreich und facettenreich ist, dass es für mehrere Nachmittage gereicht hätte. Und selbstverständlich wurde auch die Frage geklärt, warum Aspirin zurecht das in der Literatur am häufigsten vorkommende Medikament ist.




