PEN Deutschland trauert um den ägyptischen Verleger und Hermann-Kesten-Preisträger Muhammad Hashem, der am 11. Dezember in Kairo verstorben ist. Als Gründer des Merit Verlags im Zentrum Kairos förderte er unentwegt neue Stimmen und zeitgenössische Literatur, die in den meisten arabischsprachigen Ländern verboten war, so auch Najem Walis Roman Jussifs Gesichter aus dem Jahr 2008. Merit war nicht nur Verlagshaus, sondern auch Zentrum politischer Diskussionen am Puls der Zeit – von Kefaya bis zum Kairoer Frühling – und ein Ort, an dem Träume von Zensurfreiheit und Pluralismus lebendig bleiben konnten.
Für seinen Mut und unerschütterlichen Einsatz wurde Hashem 2011 mit dem Hermann-Kesten-Preis ausgezeichnet. Er hat Generationen junger Schriftsteller unterstützt, deren Werke heute zu den wichtigsten Stimmen der arabischsprachigen Welt gehören, und damit einen Teil der Kulturgeschichte Ägyptens geprägt, die auch nach seinem Tod weiterwirkt.
„Er war ein langjähriger Freund, dessen konsequenter Einsatz mich gelehrt hat, dass Mut nicht schweigt, sondern erzählt und dazu anregt, nicht nur zu träumen, sondern zu handeln“, erinnert sich PEN-Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter Najem Wali.
Unser Mitgefühl gilt besonders seiner Ehefrau Najla und seinen Töchtern Merit, Doria und Habiba.






